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Die Geschichte des Hofes

Der Hof Hochscheid blickt auf eine fast hundertjährige Geschichte zurück. Als einer der ältesten biologisch bewirtschafteten Höfe im Saarland steht er exemplarisch für gemeinschaftliches Engagement, ökologische Landwirtschaft und soziale Verantwortung.

Hofgut Hochscheid

Die Anfänge (1932 – 1937)

Vision, Gemeinschaft und biologisch-dynamische Landwirtschaft

Der Hof Hochscheid liegt auf einer Höhe von etwa 400 m im Waldgebiet des Hochscheids oberhalb von St. Ingbert-Hassel und ist einer der ältesten biologisch-bewirtschafteten Höfe im Saarland.

Die Geschichte des Hofes begann im Jahr 1932, als der Saarbrücker Kinderarzt Dr. Engelen, der Bankkaufmann Karl Vollmar und weitere Freunde einem gemeinsamen anthroposophischen Idealkonzept folgend ein circa 40 Morgen großes Grundstück erwarben. Auf diesem Areal errichteten sie ein Wohnhaus und Stallungen und betrieben Landwirtschaft nach den Grundsätzen der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise — lange bevor dieser Ansatz in der breiten Öffentlichkeit Aufmerksamkeit erhielt.

Dr. Engelen wollte mit dem Hof auch einen Ort der Gesundheit und Erholung schaffen, besonders für Kinder aus dem Industrieumfeld der Region, die unter verschmutzter Luft litten.

Pionierzeit und Vereinsgründung (1937 – 1981)

Nach den frühen Jahren durchlief der Hof mehrere Phasen:

In den Jahren 1937 bis 1974 wurde der Hof von Alex und Marie Buchholz gepachtet und als Modellbetrieb der biologisch-dynamischen Landwirtschaft weitergeführt.

Nach dem Tod von Alex Buchholz lag der Hof zunächst brach, bis 1976 die Familie Schmidt den Betrieb übernahm und gemeinsam mit Eltern und Lehrenden der neu gegründeten Waldorfschulen in Bexbach und Saarbrücken einen neuen Anfang wagte.

Am 30. November 1981 wurde daraufhin der Verein „Hof- und Werkgemeinschaft Hof Hochscheid e.V.“ gegründet, um die Ideen und Arbeitsfelder des Hofes institutionell zu sichern.

Brand und Wiederaufbau (1982 – 1988)

Ein schwerer Rückschlag ereignete sich Anfang 1982, als ein Brand das Haupthaus, Stall und Heulager zerstörte. Menschen und Tiere blieben unverletzt, doch verlor die Pächterfamilie ihre Bleibe und verließ den Hof.

Mit großer gemeinschaftlicher Kraft – durch öffentliche Kredite, Spenden, private Darlehen und erhebliches ehrenamtliches Engagement – wurde der Hof zwischen 1983 und 1988 wieder aufgebaut und weiterentwickelt.

Bis in die 2000er Jahre hinein war der Hof ein anerkannter Demeter-Betrieb, also bäuerlicher Betrieb mit besonders strengen ökologischen Standards in der Tier- und Pflanzenwirtschaft.

Moderne Entwicklung und Zukunft (1990 – heute)

Von 1990 bis 2023 führte der Dipl.-Agronom Michael Bitsch den Hof. 2023 gab er die Verantwortung an die jungen Landwirt*innen Ayleen Hunsicker und Jan Burkhart weiter, womit eine neue Generation die Arbeit fortsetzt.

Der Hof ist nach wie vor im Eigentum des gemeinnützigen Vereins und betreibt biologische Landwirtschaft. Heute umfasst der Hof etwa 10 Hektar Eigenland und rund 50 Hektar Pachtland. Historisch war er auch ein beliebtes Ausflugsziel, z. B. als höchste Station des „Hüttenwanderwegs“, einem Premiumwanderweg durch den Naturraum des Bliesgaus und des St. Ingbert-Kirkeler Waldgebiets.


Die Geschichte des Hofes Hochscheid ist bis heute lebendig. Sie prägt das Selbstverständnis des Vereins und bildet die Grundlage für die heutigen Bildungs-, Kultur- und Landwirtschaftsprojekte.